Wie funktioniert der Kreditkarten-Rechner?
Aus dem Jahreszins wird der monatliche Zins i = zins / 100 / 12. Ist die Rate kleiner oder gleich den monatlichen Zinsen (rate ≤ saldo · i), wächst die Schuld trotz Zahlung und wird nie getilgt. Andernfalls gilt: Monate = ⌈ −ln(1 − saldo · i / rate) ÷ ln(1 + i) ⌉ und die Zinsen sind Zinsen = rate · Monate − saldo.
Hintergrund & Details
Zwei Zahlen entscheiden hier: die Monate bis schuldenfrei und die Zinsen gesamt. Die zweite ist oft der Schock – sie zeigt, wie viel die Schulden dich zusätzlich zum geliehenen Betrag kosten. Bei einem typischen Kreditkartenzins von 15–22 % zahlst du über die Laufzeit schnell ein Drittel des Saldos noch einmal allein an Zinsen.
Warum die Rate über alles entscheidet
Jede Zahlung wird zuerst auf die aufgelaufenen Zinsen angerechnet, der Rest tilgt den Saldo. Ist deine Rate nur knapp über den Monatszinsen, geht fast nichts in die Tilgung – die Schuld schrumpft quälend langsam. Liegt die Rate unter den Monatszinsen, wächst der Saldo sogar trotz Zahlung. Genau hier sitzt die Mindestraten-Falle: Mindestraten sind oft so niedrig angesetzt, dass die Tilgung Jahre oder Jahrzehnte dauert.
Was gute Werte sind
- Zinssatz: Kreditkarten und Dispo liegen häufig bei 14–24 % p. a. Das ist sehr teuer – fast jede andere Schuld (Ratenkredit, Bankdarlehen) ist günstiger.
- Rate: Je höher, desto besser. Schon das Verdoppeln der Rate verkürzt die Laufzeit oft auf weniger als die Hälfte und spart einen großen Teil der Zinsen.
- Ziel: Den Saldo möglichst schnell auf null bringen und die Karte danach nur noch nutzen, was du am Monatsende komplett ausgleichen kannst.
Häufige Fehler
Erster Fehler: nur die Mindestrate zahlen und glauben, man komme voran. Zweiter Fehler: die Karte weiter belasten, während man tilgt – jeder neue Einkauf verlängert die Laufzeit. Dritter Fehler: teure Kreditkartenschulden stehen lassen, obwohl Erspartes auf dem Konto liegt. Kein Tagesgeld zahlt 18 %; die Schuld zu tilgen ist die sicherste „Rendite", die du bekommen kannst.
Praktische Tipps
Setze eine feste, ambitionierte Rate statt der Mindestrate und behandle sie wie eine Fixkostenrechnung. Prüfe, ob eine Umschuldung auf einen günstigeren Ratenkredit möglich ist – senkt den Zins von 18 % auf z. B. 7 %, sparst du enorm. Nutze die Schneeball-Methode: kleinste Schuld zuerst tilgen für schnelle Erfolgserlebnisse, oder die Lawinen-Methode: höchsten Zins zuerst, um insgesamt am wenigsten zu zahlen. Beide funktionieren – wichtig ist, dass du dranbleibst.
Der Rechner ist ideal, um die wahren Kosten sichtbar zu machen und verschiedene Raten durchzuspielen. Er ersetzt keine Schuldnerberatung, wenn die Schulden über mehrere Karten und Kredite hinweg untragbar werden – dann hol dir Hilfe.