Wie funktioniert der Break-Even-Rechner?
Break-Even-Menge = Fixkosten ÷ (Preis − variable Kosten). Der Nenner ist der Deckungsbeitrag pro Stück.
Hintergrund & Details
Wie du das Ergebnis liest
Die Break-Even-Menge ist die Schwelle, an der dein Geschäft kostendeckend arbeitet: Jedes Stück darüber ist Gewinn, jedes Stück darunter Verlust. Liegt deine erwartete Absatzmenge deutlich über dem Break-Even, hast du Puffer. Liegt sie knapp darunter oder darauf, ist dein Modell fragil und reagiert empfindlich auf Preisnachlässe oder Kostensteigerungen.
Worauf gute Werte hindeuten
Ein niedriger Break-Even im Verhältnis zu deiner realistischen Verkaufsmenge ist ein gutes Zeichen – du erreichst die Gewinnschwelle schnell und hast Spielraum. Hilfreich ist die Sicherheitsmarge: Wie viel Prozent kann der Absatz einbrechen, bevor du in die Verlustzone rutschst? 30 % oder mehr gelten als komfortabel, unter 10 % wird es riskant.
Häufige Fehler
- Kosten falsch zugeordnet: Variable Kosten fallen pro Stück an (Material, Verpackung, Versand), Fixkosten unabhängig von der Menge (Miete, Gehälter, Software). Wer hier mischt, bekommt einen falschen Break-Even.
- Preis unter den variablen Kosten: Dann gibt es keinen Break-Even – jedes verkaufte Stück vergrössert den Verlust.
- Statisch gerechnet: In der Realität steigen Fixkosten sprunghaft (zweite Schicht, grösseres Lager). Rechne mehrere Szenarien.
Praktische Tipps
Nutze den Break-Even, um Preise und Kostenstrukturen zu testen, bevor du startest. Spiele durch, was passiert, wenn du den Preis um 10 % erhöhst oder die variablen Kosten senkst – oft sinkt die nötige Stückzahl überraschend stark. Rechne den Break-Even auch in Zeit um: Wenn du pro Monat eine bestimmte Menge verkaufst, in welchem Monat überschreitest du die Schwelle? Das macht den Plan greifbar.
Wann du ihn (nicht) nutzen solltest
Der Break-Even-Rechner ist ideal für Produkte und Dienstleistungen mit klar trennbaren Fix- und variablen Kosten. Bei sehr gemischten Sortimenten mit vielen unterschiedlichen Preisen liefert er nur eine grobe Orientierung – dann rechne mit dem durchschnittlichen Deckungsbeitrag. Für die reine Liquiditätsfrage „Wie lange reicht mein Geld?" ist der Runway-Rechner das passende Werkzeug.